Geschichte der Musikkapelle Rietz

Die Geschichte der Musikkapelle Rietz

Nach mündlichen Überlieferungen erfolgte die Gründung der "Rietzer Blechmusik"

im Jahre 1773 (erhoben vom Chronisten Franz Schöffthaler in den Vierzigerjahren des vorigen Jahrhunderts aus Kirchenrechnungsbüchern).

 
Die Kirchenbücher der Pfarrkirche St. Valentin belegen, dass ab dem Jahre 1828 von der Kirche an die Musikkapelle Besoldungs- und Zehrgelder für die Ausrückungen zu Fronleichnam und beim Herz-Jesu-Fest bezahlt wurden (5-15 Gulden). Im Jahr 1845 wurden neben den 12 Gulden Zehrgeld auch 8 Gulden und 6 Kreuzer für die Anschaffung von Musikinstrumenten bewilligt.

Jedes Jahr wurde am Dreifaltigkeitssonntag ein Platzkonzert gespielt. Bis zum Jahre 1891 bestand dieses nur aus Märschen. Dieses wichtige Konzert trägt heute den Namen Frühjahrskonzert und findet alljährlich am Pfingstsonntag statt.

1888 bekam die Kapelle ihre ersten äußeren Kennzeichen bestehend aus weißen Schnüren und Gansfedern am Hut. 1890 wurden die Gansfedern durch Hahnenfedern ersetzt und 1893 wurde die erste vollständige Tracht angeschafft. 1896 und 1899 rückte die Musikkapelle Rietz in Innsbruck bei der Kaiserjäger-Fahnenweihe und bei der Andreas-Hofer-Gedenkfeier aus.

Während der Kriegsjahre 1914-18 wurden aus den 32 Musikanten 14. Trotzdem war es aber möglich bei allen Festlichkeiten aufzuspielen.

1922 verzeichnete die Kapelle einen großen musikalischen Erfolg bei einem Konzert in München anlässlich des Katholikentages.

Die erste Ausrückmontur wurde im Jahr 1933 angeschafft. Bestehend aus braunem Hut und Rock wird diese auch heute noch als "Uniform" getragen. Während der Kriegsjahre 1939-45 wurde die Musikkapelle Rietz oft eingesetzt, weil sie die Stärkste weitum war. 1949 wurde die noch heute gebräuchliche Tracht angeschafft.

In den letzten Jahren unternahm die Musikkapelle Rietz viele Ausflüge nach Südtirol, in den Schwarzwald, nach Westfrankreich, nach Bayern, Hannover, Hamburg, in die ehemalige DDR, nach Spanien sowie in Österreich. Ganz besondere Erlebnisse waren die zweimaligen Konzertreisen zum Internationalen Blasmusikfestival nach Bruck an der Mur.

1993 wurde Rupert Darnhofer - Berufsmusiker beim Tiroler Synphonie Orchester - Kapellmeister und hatte die musikalische Leitung bis 2003 inne. Von 1981 bis 2002 lenkte Josef Kranebitter als Obmann die Geschicke des Vereines.

Im Dezember 2002 übergab Josef Kranebitter das Amt des Obmanns an Christian Muglach. Bei der Jahreshauptversammlung im Dezember 2003 übergab Rupert Darnhofer aus zeitlichen Gründen die musikalische Leitung der Musikkapelle Rietz an Klaus Strobl, der von 1996 bis 2009 auch Bezirkskapellmeister des Musikbezirkes Silz war.